Willkommen auf der offiziellen Homepage von Langsyne, der deutschen Folkband aus Wuppertal. Seit 1976 gibt es eine Schallplatte von uns, die immer wieder für Aufsehen sorgt. Hier erfahren Sie alles über die Band und ihre Musik. Dazu gibt es Fotos aus vergangenen Tagen, News und Texte der Bandgründer Egbert Fröse und Ulrich Nähle.

 


Langsyne kamen aus dem Stadtteil Barmen, das heute zur ungeliebten Kunststadt Wuppertal gehört, einem Geschöpf der Planerhirne. Die Gruppe bestand von etwa 1971 bis 1977 und spielte vielschichtigen, mittelalterlich beeinflussten Psych-Folk mit englischem Gesang und reichhaltiger Instrumentierung. Ihr Name stammt aus dem Schottischen und bedeutet etwa "vor langer Zeit". Egbert Fröse begeisterte sich für die Musik der Renaissance (14.-17. Jahrhundert), und sie alle drei mochten Gryphon, die ebenfalls mittelalterlich angehauchten Psych-Folk spielten. Langsyne bestanden aus Egbert Fröse, Ulrich Nähle und Matthias Mertler, die jeweils mehrere Instrumente beherrschten, auch ausgefallene wie Sitar, Psalter, Koto und Glockenspiel. Einen eigenen Übungsraum hatten sie nicht, sondern spielten meistens bei Freunden, etwa im Haus von Udo Bechem in Hecking-hausen. Auftritte gab es nur wenige, denn ihre vielschichtige Musik ließ sich auf der Bühne nur vereinfacht darstellen. Ihre einzige LP, schlicht "Langsyne" (Düsselton TS 2737) genannt, erschien 1976 in einer Auflage von ganzen 200 Stück und zählt heute zu dem Meisterwerken und wertvollsten Schätzen des Deutschrock. Die Abwicklung der Fertigung übernahm ein Düsseldorfer Betrieb, eben Düsselton, der sich sonst mehr um Volksmusik und dergleichen kümmerte. Die Rechte verblieben bei den Künstlern. Die Hülle wurde von Ulrich Nähle gemeinsam mit Michael Hoffmann gestaltet, einem befreundeten Schaufensterdekorateur. Der Platte lag ein Textblatt im LP-Format bei, mit den englischen Texten auf der einen, der deutschen Übersetzung auf der anderen Seite. Die Namen einiger Stücke dürften den meisten Hörern etwas rätselhaft erscheinen. "Cynghanedd" ist ein Wort aus dem Kymrischen, der keltischen Landes- und Amtssprache von Wales, bedeutet Harmonie und ist die Grundlage der dortigen Dichtkunst. "Mignon" ist eine Tänzerin aus Johann Wolfgang von Goethes Werk "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Wegen der geringen Auflage der Platte war der Stückpreis ziemlich hoch - die Fertigung kostete sie 2500 Mark.

 


 

 

Raritäten und Sammlerstücke

 

Die LP wurde im Laufe der Jahre zum gesuchten Sammlerstück, ihr Wert stieg gewaltig an. Die Datenbank "Aga’s DB" (Thors Hammer THCD-ROM 01, zu beziehen über (www.agasdb.de) nennt 1124,84 € und bringt dafür vier Belegstellen mit Einzelheiten. Ulrich Klatte gibt in der dritten verbesserten Auflage seines „Cosmic Price Guide“ (Wohltorf/Hamburg 2008, zu be-ziehen über www.cosmic-price-guide.com) viel zu bescheidene 700 € an. In "1001 Record Collector Dreams" (Wien 1997) von Hans Pokora wird die LP mit höchstmöglichen sechs Einheiten angesetzt, was einem Sammlerwert von 2000 DM (1000 €) und mehr entspricht. Als Musikrichtung wird dort Folk/Psychedelic genannt. Im Preiskatalog 2011 der deutschen  Schallplattensammlerzeitschrift Oldie-Markt (Vaihingen/Enz 2010) sind es 2210,80 €. In den sogenannten ewigen Preischarts dieser Zeitschrift steht die LP auf Rang 12, und zwar als zweitteuerste deutsche hinter der Erstausgabe von Cans "Monster movie". Alle diese Preise gelten für neuwertigen Zustand. Im Heft 2/199V.l. Ulrich Nähle, Egbert Fröse, Matthias Mertler4 des Oldie-Markt“ wurde die Platte für 1735,99 DM versteigert (Seite 108, Nr. 178), im Zustand mint-/mint- (LP und Hülle nicht mehr ganz einwandfrei).   

Im Netz bei "Popsike" (www.popsike.com) findet sich nur ein einziger Eintrag für die Erstpressung: Am 2.1.2005 wurde von Holger Knörr eine verwellte und deshalb nicht mehr abspielbare LP bei Ebay für immerhin 112,- € versteigert, bei einem Startpreis von 50,- € und insgesamt fünf Geboten. Auf der großen niederländischen Schallplattenbörse in Ut-recht vom 8.-10.4.2011 wurde ein ziemlich abge-griffenes Exemplar für 1400 € verkauft.

 

 

 

Die Neuveröffentlichungen


Es gab mehrere Neuveröffentlichungen von "Langsyne", auf LP und auf CD. Zuerst kam 1992 auf einem kleinen Duisburger Label eine CD-Ausgabe (Lost Pipedreams LP 010 CD), in einer Auflage von 500 Stück, in der üblichen durchsichtigen Schachtel, ohne Zusatzstück. Die englischen Texte sind auf den Innenseiten des Faltblatts abgedruckt. Da das Mutterband verloren ist, wurde die CD von einer guterhaltenen LP gezogen und entknistert. Als diese Ausgabe nicht mehr zu haben war, entschloß sich ein anderer Duisburger, Holger Knörr, zu einer weiteren Neuausgabe, diesmal in beiden Formaten, für die er gleich ein eigenes Label gründete, Rebirth Records. Wegen eines nicht ganz zufriedenstellenden Ergebnisses bei Lost Pipedreams wurde die Platte noch einmal neu entknistert. LP und CD, beide mit der Bestellnummer 001, haben jeweils ein bis dahin unveröffentlichtes Zusatzstück, "Lady Mary", gesungen von Matthias Mertler und Ulrich Nähle, das schon in den frühen siebziger Jahren aufgenommen worden war. Diesmal betrug die Auflage jeweils 1000 Stück. Die CD erschien im sogenannten Digipak; es handelt sich dabei um eine niederländische Entwicklung, deshalb die Schreibweise mit einfachem "k". Das vier-seitige Heftchen enthält die Texte. Der LP liegt ein nur einseitig bedrucktes und neu gestaltetes Textblatt bei, ohne deutsche Übersetzungen. Es sollten übrigens die bisher einzigen Rebirth-Veröffentlichungen bleiben. Sowohl die LPs als auch die CDs sind inzwischen vollständig abverkauft. Und Nach-auflagen auf dem Rebirth-Label sind nicht beabsichtigt. So war es Zeit für eine weitere Neuausgabe, diesmal auf Garden of Delights, die nun lieferbar ist. Und auch eine CD-Ausgabe wird vorbereitet, die weitere Zusatzstücke enthalten wird. Jedenfalls hat Egbert Fröse beim Aufräumen nach einem Wasserschaden eine Schachtel mit alten Bändern entdeckt, die noch nicht vollständig abgehört sind. Darunter war zwar nicht das Mutterband, aber evtl. noch brauchbares Material auf Tonbändern und Compact Cassette. Ebenfalls aufgeräumt hat Ulrich Nähle. In seinem Archiv hat sich eine Menge von brauchbaren Song zur Veröffentlichung gefunden. Sechs davon werden als Bonustitel auf der CD-Neuausgabe von Garden of Deligts (Lieferbar ab Juni 2012) zu hören sein.

Rückseite LP Cover 1976

  

 


 

 

 

Egbert: Die ersten Sessions 1970